«Mit einem 'Musikament' gegen Schmerzen, BaZ Nr.
173» - Leserbrief in der Basler Zeitung vom 7.8.2001
Es ist bedauerlich, dass die Psychofonie, als eine von
vielen Möglichkeiten in der Behandlung der Migräne, von einspurig denkenden
Fachleuten derart verteufelt wird. Es fehle ein nachvollziehbarer medizinischer
Wirkungsnachweis, so das Argument der Kritiker. Ob pro oder kontra Psychofonie
ändert nichts an der Tatsache, dass viele Migränegeplagte eine lange Odyssee
von Arzt zu Arzt, von Therapie zu Therapie, von Medikament zu Medikament
hinter sich haben. Schliesslich enttäuscht von all den
wissenschaftlich-placebokontrollierten doppelblindstudierten Methoden und
Medikamenten, die bei ihnen ausser Neben- keine Wirkung erzielten, suchen sie,
oftmals bereits als wandelnde Apotheken, den Weg in die komplementärmedizinische
Praxis.
Leider ist es bis heute so, dass die Migräne als
komplexes Geschehen mit noch nicht vollständig geklärter Pathogenese nicht
geheilt werden kann. In diesem Punkt können sich somit alle Migränepatienten
inklusive Therapeuten aus Schul- oder Komplementärmedizin auf Herrn Islers Rat
grün anmalen, auf den Kopf stellen und mit den Füssen wackeln... Es geht aber
auch anders: Das Ziel jeder Migränetherapie besteht darin, die Anzahl Anfälle
sowie die Anfallsstärke und -dauer zu verringern sowie eine optimale
Kupiertechnik zu gewährleisten. Und dazu braucht es die Zusammenarbeit von
Schul- und Komplementärmedizin. So benötigt der akute Anfall konventionelle
Medikamente, während zur Prophylaxe heute eine Vielzahl an Präparaten und
Methoden auf natürlicher Basis zur Verfügung steht. Aus meiner Praxiserfahrung
werden die besten Erfolge durch ein «Behandlungspaket» erzielt, d. h.
eine ganzheitliche, individuell ausgewählte Therapie, die mehrere
Behandlungsprinzipien umfasst. Gegebenenfalls auch mit Einbezug der Psychofonie!
Verena Döbelin, Riehen, Körpertherapeutin CS-Ostheopathie, Dipl. Krankenschw. AKP
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