Gesehen am Weltkongress für Neurologie in London (Juni 2001):

Ein ganz neues, hervorragendes Buch für Neurologen und interessierte Hirn-Fachleute (in Englisch, mit CD).

T. Nakada (Ed.): Integrated Humand Brain Science. Theory, Method, Application (Music). Elsevier-Verlag, 2000, 497 p. ISBN: 0-444-50629-2

Hier wird die Neurologie des 21. Jahrhunderts vorweggenommen. Das Buch entstand durch ein ambitiöses Förderprojekt der Japanischen Regierung. In 25 Disziplinen wurden "centers of excellence" von Weltklassenformat gebildet mit Forschern, die in der Lage sein sollten, die Grenzen der Wissenschaften auszuweiten und konkrete Schritte in die Zukunft zu tun. Die ersten 5 Gruppen wurden in Science 269: 474, 1995 definiert. Unter der Leitung von Professor Tsutomu Nakada, eines hervorragenden Neurowissenschafters, der sich auch in Mathematik und Physik sowie in den Ingenieur- und Computerwissenschaften auskennt, wurde eine Gruppe zum Thema "Neuroscience of Music" ausgewählt. Das Ziel ist laut Nakada die Erforschung der Grundfrage, wie das menschliche Gehirn arbeitet. Das Buch repräsentiert die jahrelangen interdisziplinären Untersuchung der besten Forschern auf den beteiligten Fachgebieten.

Dass man diese Grundfrage, wie das Gehirn arbeitet, mit Musik in Verbindung bringt, ist kein Zufall. Es besteht ein wachsender Konsens darüber, dass das Gehirn ein Rhythmusorgan ist. Alle Funktionen, die das Gehirn hervorbringt, sind in ihrem innersten Wesen, soweit dies die systemorientierte Neurophysiologie feststellen kann, Rhythmusfunktionen. Selbstverständlich ist unter diesem Gesichtspunkt das Elektroenzephalogramm (EEG und MEG) die bevorzugte Messmethode. Es hat, wie viele traditionelle Neurologen glauben, keineswegs ausgedient. Das Verständnis der Rhythmusfunktionen ist für die kommende Hirnforschung ganz zentral. Dadurch werden neue Therapierichtungen entstehen, die das bisherige Korsett der polypharmazeutischen Neurologie sprengen, und es werden viele theoretische Fragen endlich beantwortet werden können.

Selbstverständlich werden solche Bemühungen von den mächtigen Pharmafirmen nicht unterstützt, die auch noch den Londoner Weltkongress durch massives Sponsoring in die gewünschten Bahnen lenken. Es braucht deshalb nebst staatlichen Fördermitteln unabhängige visionäre Persönlichkeiten, wie der japanische Kronprinz, welche die Forscher motivieren, der naturwissenschaftlichen Wahrheit unvoreingenommen auf den Grund zu gehen. Zitat zum Kapitel III "Neuroscience of Music": Das Projekt..."brings together world scientists in the field of music and of neuroscience for the purpose of achieving a better understanding of the brain cognitive processing of music. I hope you share my enthusiasm for this exciting opportunity... in furthering our knowledge of how the brain works." (Honorary Chairperson HIH Prince Yoshihito Katsura)

Das Buch kann allen am theoretischen Verständnis der Psychofonie interessierten Fachleuten wärmstens empfohlen werden!