Das vertonte EEG - ein neuer Weg in der Behandlung psychovegetativer Störungen
Vortrag von Dr. med. Klaus Tereh¹, gehalten am 16. Dezember 1998 im Inselspital Bern im Rahmen des KIKOM²
Im vorgegebenen Titel meines Referates sind drei Elemente in etwas ungewohnter Weise miteinander verbunden: Töne resp. Musik, das EEG, sowie die Behandlung psychovegetativer Störungen. Musik und Therapie können wir zusammen bringen, gerade im Bereich der vegetativen Störungen. Welche Bewandtnis hat es jedoch in diesem Zusammenhang mit dem EEG, dem Elektro-Enzephalogramrn als Aufzeichnung der elektrischen Aktivität der Nervenzellen des Gehirns zu diagnostischen Zwecken? Wie Sie sehen werden, sind diese unterschiedlichen Elemente in einem Therapiekonzept vereint, das seit zirka fünf Jahren besteht und sich Psychofonie nennt. Sie werden den Sinn dieser Therapie-Bezeichnung bald einsehen.
EEG Klang und Organismus Das Vegetativum: Neurophysiologie und anatomische Aspekte Programmierung resp. Entprogrammierung dysfunktionaler Muster im Organismus Stress und Stressverarbeitung Synthese der besprochenen Themen zum Therapiekonzept der Psychofonie Wirksamkeitsstudie zur Psychofonie |
Themen zum Begründungszusammenhang der Psychofonie, wie sie im diesem Vortrag behandelt werden
Was uns als Gemeinsames in diesem Therapiekonzept auffällt, ist die Repräsentanz der Dynamik, der Bewegung, des Ablaufes in Raum und Zeit: Die Musik enthält eine Dynamik, die sich je nach Ausprägungsart direkt auf unsere Befindlichkeit auswirkt, was in der Musik-Therapie umgesetzt wird. Vegetative Störungen entwickeln nach spezifischen Auslösern eine Eigendynamik, die vor allem im somatischen und psychischen Bereich spürbar ist. Das EEG schliesslich wiederspiegelt die funktionelle Dynamik auf der Gehirnrinde in exaktester Weise.
Bleiben wir noch kurz beim EEG. Das EEG kommt wohl messtechnisch der allgemeinen Befindlichkeit am nächsten, d.h. dass die gesamte Hirnaktivitat im EEG repräsentiert ist, von den objektiven Parametern bis zu den subjektiven Empfindungen. Erst seit kurzem hat sich das breite neuro-wissenschaftliche Interesse erneut diesem unerschöpflichen Fundus von Aussagen über die Hirnaktivität zugewandt und angefangen, diese Aussagen zu entschlüsseln. Uns interessiert in diesem Zusammenhang lediglich die Tatsache, dass das EEG ein äusserst differenziertes Abbild unserer Befindlichkeit darstellt und zwar nicht als ,,eingefrorenes Bild", als Momentaufhahme. Vielmehr wird im EEG während der Aufnahme der zeitliche Verlauf der Befindlichkeit erfasst, somit ihre verschiedenen Qualitäten, je nach Provokation des Hirns durch Sinnes- und andere Reize, im Sinne der evozierten Potenziale, und je nach Allgemeinzustand des zu messenden Menschen.
¹ Niedergelassener
Arzt für Allgemeinmedizin und Homöopathie in Bern
² Kollegiale
Instanz für Komplementärmedizin (Medizinische FakuItät der
Universität Bern)
Ganzes Referat zum downloaden im PDF-Format